Korrektur geht weiter | New York to Zürich Täglich
Renditen über 5 Prozent und teures Öl setzen die Wall Street erneut leicht unter Druck. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren zeitweise bei 5,03 Prozent, der höchste Stand seit 2007. Brent steigt über 107 US-Dollar, während die saudische Ost-West-Pipeline weiterhin ausfällt. Entsprechend starten wir schwächer in den Tag, aber deutlich über den vorbörslichen Tiefs. Vor der morgigen Fed-Entscheidung gilt eine Zinserhöhung als weitgehend erwartet. Entscheidend werden deshalb die neuen Zinsprognosen und die Pressekonferenz: Signalisiert die Notenbank eine kurze Phase mit ein oder zwei Anhebungen oder einen längeren Zinserhöhungszyklus? Wells Fargo wird unterdessen vorsichtiger: Die Strategen senken das Jahresendziel für den S&P 500 von 7.950 auf 7.700 Punkte und sehen zunächst ein Rückschlagrisiko von fünf bis zehn Prozent. Bemerkenswert: Die Gewinnschätzungen steigen trotzdem. Das Problem sind aus Sicht der Bank hohe Bewertungen, nachlassende Liquidität und bereits stark investierte Anleger. Technologie wird auf „Neutral“ zurückgestuft, Gesundheitswerte auf „Übergewichten“ angehoben. Bei Halbleitern erwartet Wells Fargo mindestens einen erneuten Test der Juli-Tiefs. Die Sorge vor einer KI-Bremse erhält dagegen ein Gegengewicht: Broadcom-Chef Hock Tan sieht weiterhin starke Nachfrage und bislang keine Abschwächung. Das Spannungsfeld bleibt: Die Unternehmen liefern – aber hohe Renditen machen ihre Aktien nicht automatisch attraktiv.
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